10. Bezirk

FAVORITEN

Wappen FAVORITEN
Kurzinfo: Favoriten zeigt, was einen Arbeiterbezirk an der Grenze Wiens ausmacht – eine tiefrote Bastion gegen die immer stärker werdende blaue Vormacht.

Analyse

Seit 1946 regiert die SPÖ ununterbrochen im Bezirk und stellt seither die Bezirksvorstehung. Die Stellvertretung war lange Zeit ein Machtkampf zwischen ÖVP und FPÖ: Während die ÖVP diese Funktion bis 1996 innehatte, ging sie danach dauerhaft an die FPÖ. Nur bei deren Niederlage 2020 wanderte der Posten kurzzeitig zurück an die ÖVP, ehe er bereits eine Periode später wieder an die Freiheitlichen fiel. Damit zeigt sich in Favoriten, was in den Innenstadtbezirken kaum vorkommt: eine starke FPÖ-Wählerschaft, die die SPÖ immer wieder ins Schwitzen bringt. Eine rot-blaue Wechselwählerschaft der Arbeiterklasse prägt das Bild.

Die SPÖ verlor nach ihrem historischen Höhepunkt 1973 kontinuierlich an Stimmen und konnte nur 2001, 2005 und 2020 leichte Zugewinne verbuchen. Die ÖVP verzeichnet seit 1983 deutliche Verluste, ein kleines Zwischenhoch 2020 blieb ohne Wirkung. Die FPÖ baute seit 1996 eine stabile Kernwählerschaft auf. Zwar erlitt sie – wie auch in anderen Bezirken – 2001 und 2005 Verluste, doch in Favoriten blieben diese „ertragbar“. Ihren Höhepunkt erreichte die Partei 2015, als sie nur knapp – mit rund 2 % Rückstand – die Bezirksvorstehung verfehlte.Die Grünen stagnieren im Bezirk und schaffen es nicht, aus der Einstelligkeit herauszukommen und in zweistellige Bereiche vorzudringen. Ähnlich sieht es bei den NEOS aus, die jedoch 2025 ihr bestes Ergebnis erzielen konnten. Auch die KPÖ legte leicht zu, bleibt aber im Bezirk deutlich abgeschlagen. Eine Besonderheit im Bezirk ist auch, dass die migrantische Kleinpartei GFW/SÖZ seit 2015 über ein Mandat im Bezirk verfügt.

Historische Best- und Schlechtestergebnisse

Die SPÖ erzielte ihr bestes Ergebnis 1973 mit 72,47 % und ihr schwächstes 2015 mit 40,40 %. Die ÖVP erreichte 1983 mit 23,54 % ihren Höchstwert, während sie 2015 mit 6,71 % ihr schlechtestes Resultat verzeichnete. Die FPÖ konnte 2015 mit 38,18 % ihr bestes Ergebnis einfahren, während sie 1954 bei ihrem zweiten Antreten mit 1,97 % am schwächsten abschnitt. Die Grünen schließlich erreichten 2020 mit 8,98 % ihr stärkstes Resultat, ihr schwächstes hingegen 1983 beim erstmaligen Antreten mit 1,90 %. Die NEOS erreichten 2025 mit 5,79 % ihr bestes Resultat, während ihr schlechtestes 2005 mit 0,36 % war.

Grafiken & Daten

Wie sich die Parteien im Bezirk geschlagen haben

So verteilen sich die Sitze in der Bezirksvertretung

Wer hatte das Sagen im Bezirk?

Historische Hochs und Tiefs der Parteien im Bezirk