ALSERGRUND

Analyse
Zwischen 1946 und 1991 wurde der Alsergrund von den beiden Großparteien SPÖ und ÖVP dominiert. Fast bei jeder Wien-Wahl wechselten Bezirksvorstehung und Stellvertretung zwischen diesen beiden Parteien. Keine Bezirksvorstehung hielt länger als eine, maximal zwei Perioden. Erst ab 1991 wurde klar, dass der Alsergrund fest in roter Hand war – und es auch bleiben sollte. Mit 2005 trat erstmals eine andere Partei außerhalb von SPÖ und ÖVP in die Stellvertretung ein und behauptet diesen Posten bis heute und baute ihn aus. Obwohl für 2025 ein Match um die Bezirksvorstehung zwischen Rot und Grün ausgerufen wurde, konnte die SPÖ ihre Position ausbauen, während die Grünen an Stimmen verloren.
Die SPÖ verzeichnet seit 1973 einen kontinuierlichen Stimmenverlust. Ein Aufschwung ab 1996 endete 2005, ehe sich 2025 erneut eine Erholung zeigte. Die ÖVP hingegen verlor seit 1983 drastisch an Zustimmung. Ein kleines Zwischenhoch 2020 blieb ohne nachhaltige Wirkung. Die FPÖ konnte im Alsergrund kaum eine starke Wählerschaft aufbauen und rangierte stets hinter SPÖ, ÖVP und den Grünen. Die Grünen wiederum legten seit ihrem ersten Antreten 1983 kontinuierlich zu, mussten jedoch 1996, 2015 und 2025 Rückgänge hinnehmen. Die NEOS steigen seit ihrem erstmaligen Antreten 2005 stetig an und erzielten 2025 ihr bisher bestes Ergebnis, womit sie erstmals die ÖVP überholen konnten. Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei der KPÖ, die seit 1996 wächst und 2025 ihr stärkstes Ergebnis erreichte.
Historische Best- und Schlechtestergebnisse
Die SPÖ erzielte ihr bestes Ergebnis 1973 mit 47,17 % und ihr schlechtestes 1996 mit 27,80 %. Die ÖVP erreichte 1983 ihren Höchstwert mit 47,95 % und fiel 2025 mit 10,42 % auf ihr historisches Tief. Die FPÖ hatte 1996 mit 19,80 % ihr bestes, 2020 mit 3,66 % ihr schlechtestes Ergebnis. Die Grünen schafften ihr Rekordergebnis 2005 mit 29,43 %, während sie beim ersten Antreten 1983 mit 3,15 % ihr schwächstes Resultat einfuhren. Die NEOS schafften 2025 ein Rekordergebnis von 11,49 %. Ihr schwächstes Ergebnis war 2005 mit 0,85 %.