8. Bezirk

JOSEFSTADT

Wappen JOSEFSTADT
Kurzinfo: Die Josefstadt war einst eine ÖVP-Hochburg, entwickelte sich zu einem schwarz-grünen Swing State und ging als grüne Bastion auf.

Analyse

Zwischen 1949 und 2005 dominierte die ÖVP mit der Bezirksvorstehung und die SPÖ mit der Stellvertretung die Josefstadt. Mit der Wahl 2005 zogen jedoch die Grünen erstmals auf den ersten Platz, knapp vor der ÖVP, und übernahmen die Bezirksvorstehung, während die ÖVP auf die Stellvertretung zurückfiel. Damit wurde die Josefstadt zum zweiten grünen Bezirk in der Wiener Geschichte. Aufgrund parteiinterner Konflikte und der darauffolgenden Abspaltung der Liste „ECHT GRÜN“ verloren die Grünen für zehn Jahre die Bezirksvorstehung wieder an die ÖVP. Erst 2020 wurde die Josefstadt erneut grün. Mit der Wahl 2025 verlor die ÖVP schließlich auch die Stellvertretung, die nach über 24 Jahren wieder an die SPÖ ging. Bemerkenswert ist, dass bei einer Zusammenrechnung der grünen Kandidaturen oft eine grüne Mehrheit bestanden hätte – diese sich jedoch durch die Spaltung zersplitterte, sodass der erste Platz zeitweise verfehlt wurde.

Die SPÖ verliert seit 1973 kontinuierlich an Stimmen, konnte lediglich 2001 und 2005 leichte Zugewinne verbuchen, die sie anschließend wieder einbüßte. Ähnlich verhielt es sich mit der ÖVP: Sie verlor seit 1978 an Bedeutung, konnte ab 2001 wieder Zuwächse erzielen, brach jedoch 2025 massiv ein und verlor beinahe die Hälfte ihrer Wählerschaft. Die FPÖ verfügt über keine starke Basis in der Josefstadt und erzielt traditionell nur schwache Ergebnisse. Meist schwankt sie zwischen dem dritten, vierten und fünften Platz. Die Grünen konnten seit ihrem erstmaligen Antreten 1983 – mit Ausnahme der Jahre 1996 und 2010 – kontinuierliche Zugewinne verbuchen. Auch die NEOS steigerten sich leicht, konnten jedoch nicht von den Verlusten der ÖVP profitieren. Die KPÖ verzeichnet seit 1996 stetige Zuwächse und erreichte 2025 ihr bestes Ergebnis überhaupt. Eine Besonderheit stellt einerseits die bürgerliche Liste BFJO, die zwischen 1991 und 2001 drei Mandate erzielen konnte, jedoch im Laufe der Zeit mit der ÖVP fusionierte. Andererseits die grüne Listenspaltung "ECHT GRÜN", die bei der Wahl 2010 fünf und bei der Wahl 2015 ein Mandat erzielen konnte. Auch diese fusionierte 2020 wieder mit den Grünen.

Historische Best- und Schlechtestergebnisse

Die SPÖ erzielte ihr bestes Ergebnis 1973 mit 38,99 %, während sie 2025 mit 18,23 % ihr schwächstes Resultat einfuhr. Die ÖVP erreichte ihr Maximum 1978 mit 54,72 % und ihr Minimum 2025 mit 16,03 %. Die FPÖ kam 1996 auf ihr Rekordergebnis von 16,90 % und verzeichnete ihr schlechtestes Ergebnis 2020 mit 3,40 %. Die Grünen erreichten ihr bestes Ergebnis 2025 mit 44,13 % und ihr schwächstes beim erstmaligen Antreten 1983 mit 4,78 %. Die NEOS erzielten ihr bestes Ergebnis 1996 bei ihrem erstmaligen Antritt mit 9,79 %. Ihr schwächstes Ergebnis war die Wahl 2005 mit 1,04 %

Grafiken & Daten

Wie sich die Parteien im Bezirk geschlagen haben

So verteilen sich die Sitze in der Bezirksvertretung

Wer hatte das Sagen im Bezirk?

Historische Hochs und Tiefs der Parteien im Bezirk